Freitag, 24. April 2015

[Buch] Marie Kondo: Magic Cleaning. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert

Genre: Sachbuch, Ratgeber
Format: Taschenbuch
Originalsprache: Japanisch
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag 
Seitenanzahl: 223

"Ziel des Aufräumens ist es [...], bewusst und mit Liebe die Dinge auszuwählen, die uns erfüllen und glücklich machen, damit wir mit ihnen an unserer Seite das Leben nach unseren eigenen Maßstäben gestalten und genießen können."

Im Grunde ist mit dem Titel alles gesagt: In diesem Buch geht es um die hohe Kunst des Aufräumens. Des Entrümpelns. Des Wegwerfens. Es ist ein Thema, das mich zurzeit sehr beschäftigt, da ich das Gefühl habe, mein Leben ein wenig aufräumen zu müssen. Und wenn ich mit dem Wegwerfen von Kleinkram nicht nur meine Bude ordnen kann, sondern auch meinen Geist... na, dann her damit!

Die Autorin geht bei ihrem Buch mit einer gesunden Portion Arroganz ans Werk. Die natürlich nach ihr selbst benannte "KonMarie"-Methode ist die einzig wahre Ordnungstaktik. Sie funktioniert bei jedem und nach nur einmaligem Ausmisten wird die Wohnung für immer ordentlich sein. Genau das möchte ich hören! So soll man nach einer bestimmten Reihenfolge seinen kompletten Besitz hervorholen und erspüren, ob einen der entsprechende Gegenstand glücklich macht oder nicht. Anschließend landet der Gegenstand entweder im Müllsack oder an einen zukünftig festgelegten Ort. Am Ende der Prozedur soll man dann in einer Wohnung leben, die nur geliebte Gegenstände beherbergt. Für einen Singlehaushalt ein Zustand, den man sich tatsächlich verwirklichen kann. Bei einer Familie benötigt man vermutlich eine gewisse Portion Toleranz gegenüber dem Besitz von anderen. Und ob mich jedoch mein Wasserkocher oder die Toilettenbürste WIRKLICH glücklich machen, ist auch eine Frage der Definition von "glücklich".

Der leichte Schreibstil und die einleuchtenden und unkomplizierten Aufräumanweisungen motivieren tatsächlich, anschließend seinen kompletten Besitz zu überdenken und sich einige Mülltüten hervorzuholen. Auch die Mischung aus realistischen Arbeitsschritten und leicht esoterischen Ansichten á la Sprechen-Sie-mit-Ihrer-Wohnung empfang ich als ausgewogen und nicht als störend. Nur bei dem Kapitel über das Thema Bücher, erlitt ich einen kurzen Herzanfall, als die Autorin berichtete, sie hätte mit damaligen Kursteilnehmern Hunderte von Büchern aussortiert und weggeworfen. Was für mich Bücher sind, ist für jemand anderen vielleicht die Figuren-, Schuh- oder Spielesammlung. Natürlich betont Kondo, dass man sich nicht von geliebten Gegenständen trennen muss. Doch sie macht deutlich, dass ihre Ordnungsmethode eigentlich keine Rücksicht auf Sammlungen nimmt.

Persönlich hat mich jedoch ihre Einstellung, ungewollte Dinge einfach wegzuwerfen, ein wenig beruhigt. Warum? Ich bin ein großer Fan von "Aufbrauchen", "Weiterverwerten", "einen neuen Besitzer finden". Einen noch funktionstüchtigen, vielleicht sogar neuwertigen Gegenstand einfach wegzuwerfen, schmerzt. Doch als jemand, der bereits seit über einem Jahr versucht, Sammlungen aufzulösen und sie auf den unterschiedlichsten Plattformen anzubieten, weiß ich, dass das einfacher gesagt ist, als getan. (Das Thema greife ich bestimmt noch einmal in einem gesonderten Beitrag auf.) Ich möchte damit nur sagen, dass es auch erleichternd sein kann, einen Gegenstand einfach wegzuwerfen. Ein Lager im Keller zu eröffnen, in dem man die Dinge für Verkäufe/Verschenkungen hortet, mit denen man sich eigentlich doch nicht mehr belasten wollte, die jedoch keiner haben will, kann auch nicht Sinn der Sache sein.

Zum Schluss noch einen kurzen Ausblick auf "Magic Cleaning. Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben", dem zweiten Band der Reihe. So motivierend und unterhaltsam ich den ersten Band fand, so überflüssig soll der zweite sein. Abgesehen davon, dass viele Tipps wiederholt werden, stimmen Kondos Ansichten, die sie dort verkündet, zum Thema "Gleichberechtigung" nicht unbedingt mit meinen überein:
"Sollte eine Kommode von einem Ehepaar gemeinsam genutzt werden, empfehle ich, die Herrensachen nach oben und die Damensachen nach unten zu tun. Mir ist bewusst, dass diese These für Verstimmung sorgen kann. Vielleicht sind Sie der Meinung, dass es eher umgekehrt sein müsste, unter anderem auch, weil die Damenkleidung doch eher leichter ist. Nun, ganz offen, ich sehe das auch als eine Frage des Respekts gegenüber der gesellschaftlichen Stellung des Mannes."
Natürlich wird auch in ihrem ersten Buch schnell deutlich, dass sich die Autorin mit ihrem Werk vor allem an die Damenwelt richtet. Doch solch eindeutigen Äußerungen findet man dort nicht. Natürlich möchte ich mich  bei dieser Buchrezension nur auf ihr erstes Buch beziehen, halte dies jedoch für einen wichtigen Hinweis zur Einschätzung, ob auch die weiteren Bücher der Autorin für einen interessant sind.

Bewertung: xx
Fazit: Unterhaltsames und motivierendes Buch zum Thema Aufräumen und Ausmisten.

Donnerstag, 23. April 2015

Frische Lieferung für Comicfans: JAZAM X

Früher als erwartet sind sie eingetroffen: Die Exemplare  der 10. JAZAM-Ausgabe! Die Comic-Anthologie erscheint jährlich und bietet vielen deutschsprachigen Zeichnern die Möglichkeit, Kurzcomics zu einem bestimmten Thema zu veröffentlichen. Dieses Mal lautete das Thema - passend zur Jubiläumsausgabe - "X".

Das Cover wurde von Sascha Wüstefeld gestaltet. Der Band beinhaltet auf 260 Seiten die Comics folgender Künstler:

aha, Chris Alicke, Gabriel Andres, Nadia Bader, Lukas Baumgartner, Adrian vom Baur, Michael Bober, Jeff Chi, Natalie Dombois, Said Omar Eshaq, Fourbaux, Frajo, David Füleki, Tim Gaedke, Sascha Gallion, Piers Goffart, Maximilian Hillerzeder, Haiko Hörnig, Marcel Hugenschütt, JARoo, Mo Kast, Kaydee Artistry, Yann Krehl, Matthias Lehmann, Doris Lettmann, Joachim Lipski, Mike Loos, Johannes Lott, Beni Merk, Boris Mihailovic, Katharina Netolitzky, Nudlmonster, Armin Parr, Marius Pawlitza, Martin Rathscheck, Bianca Saxonja, Schlogger, Marco Schüller, Schwarwel, Elif Siebenpfeiffer, Nico Simon, Ralf Singh, Florian Steinl, Stefan Stroh, Sarah Stowasser, Sunny-Ray, Steven Tamb, Andrea Williams, Yinfinity.... und mir!

Ihr habt Interesse?
Die Jazam X kann im JAZAM-Shop oder bei Kwimbi vorbestellt werden. In diesem Jahr erscheint der Band zum ersten Mal vollständig in Farbe, daher beträgt der Preis 19 €.

Freitag, 17. April 2015

Fastenzeit-Nachlese mit Schlogger

Die liebe Schlogger und ich haben gefastet und wollten nun einmal Revue passieren lassen, was wir in der Zeit am meisten vermisst haben bzw. auf was wir verzichten mussten.

Ich habe wohl vor allem auf Kuchen aller Art verzichtet. Wieso haben eigentlich so viele Menschen während der Fastenzeit Geburtstag? Und wer hat diese grausame "Kaffee und Kuchen"-Zeit eingeführt? Skandalös!

Auf was Schlogger schmerzlich vermisste, findet ihr in ihrem Beitrag hier: Gehirnfurz #172 Fasten

[EDIT: Da es merkwürdigerweise tatsächlich zu Fragen führte: Die Auflistung bezieht sich auf 40 Tage und hat nichts damit zu tun, dass wir uns außerhalb der Fastenzeit hauptsächlich von den aufgelisteten Süßigkeiten ernähren. Macht euch keine Sorgen um unsere Gesundheit. Wir sind alt genug, um auf uns selbst aufzupassen. ;-)]