Samstag, 12. Juli 2014

Valiant Hearts - The Great War

Genre: Puzzle Adventure
Herausgeber: Ubisoft
Erscheinungsjahr: 2014
USK: 12 Jahre
Bildquellen: Ubisoft

Schon als ich das erste Mal von Valiant Hearts - The Great War hörte, hatte ich mich in das Spiel verliebt und mich auf die Veröffentlichung gefreut. Das Thema und das Spielkonzept sind absolut ungewöhnlich und würden eher zu einem kleinen Indie-Game-Entwickler passen. Umso erfreuter war ich, dass ein großer Publisher wie Ubisoft das Experiment wagte, der auch genügend finanzielle Möglichkeiten besitzt um etwas Schönes aus der Idee zu zaubern. Und das allgemein positive Feedback der Spieler und Journalisten zu Valiant Hearts beweist, dass auch kleine, ungewöhnliche Spiele sehr gute Chancen auf dem hart umkämpften Gaming-Markt haben.

In Valiant Hearts wird die Geschichte von vier Menschen während der Zeit des Ersten Weltkriegs erzählt: Emile, Karl, Freddie und Anna. Begleitet werden die Vier dabei von dem Kriegshund Walt, der ihnen in vielen gefährlichen Situationen zur Seite steht. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt 1914 nach dem Attentat von Sarajevo, bei dem der österreichische Thronfolger ermordet wurde. Dieses Ereignis löste eine Kettenreaktion von Kriegserklärungen aus. Als Deutschland Frankreich den Krieg erklärt, wird der gebürtige Deutsche Karl, der mit seiner französischen Frau Marie und seinem kleinen Sohn in Frankreich lebt, ausgewiesen und von der deutschen Armee zum Kriegsdienst verpflichtet. Auch Emile, der Vater von Marie, wird von der französischen Armee eingezogen und soll an der Front mitkämpfen. Dort trifft Emile auf den Amerikaner Freddie, der sich der Fremdenlegion angeschlossen hat und auf Seiten der Franzosen gegen die Deutschen kämpft. Gemeinsam begegnen sie der Belgierin Anna, die als Krankenschwester den Verletzten auf beiden Seiten hilft und auf der Suche nach ihrem entführten Vater ist.

Das von Ubisoft Montpellier entwickelte Valiant Hearts basiert nicht nur auf realen Briefen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, sondern es wurden auch eine Vielzahl von Informationen und Fakten zu dieser Zeit in das Spiel eingestreut. Diese beiden Tatsachen machen es nicht nur zu einem wertvollen und lehrreichen Spiel, sondern sie führen einem auch die realen Grauen des Krieges vor Augen. Valiant Hearts ist kein Kriegsspiel oder Shooter, sondern legt als Adventure-Game seinen Fokus ganz konkret auf die Schicksale der Protagonisten. Diese Schicksale werden durch den Hund Walt verbunden, der den Protagonisten helfend zur Seite steht. Die gemeinsame Geschichte der vier Menschen und ihres vierbeinigen Begleiters wird dabei auf mitreißende Weise erzählt. So gibt es nicht nur tragische und traurige Momente, sondern auch viele humorvolle und skurrile Situationen, die zwar alle fiktional sind, jedoch die realen Ereignisse dieser Zeit greifbar machen.

Valiant Heart ist in mehrere Kapitel und Episoden aufgeteilt, in denen sich die zu spielenden Figuren abwechseln. Dabei bewegt man die Figuren wie bei einem Side-Scroller meist von links nach rechts, wobei es auch ein paar Ausnahmen gibt. Das Gameplay ansich ist sehr einfach und intuitiv, wobei es bei mir jedoch ein kleines Problem gab. Als PC-Spieler habe ich die Bewegungstasten neu belegt, was jedoch vom Spiel nicht bei allen Funktionen übernommen wurde. Ich hoffe, das dieser Fehler bei einem Update noch behoben wird. Außerdem gibt es die obligatorischen Sammelgegenstände, die es in den Episoden zu finden gilt. Doch die beeindruckensten Elemente des Spiels sind eindeutig der fantastische Soundtrack und die wunderschöne grafische Umsetzung im Comicstil. So basiert Valiant Hearts auf der UbiArt Framework-Spielengine, mit der auch Spiele wie Rayman Legends entstanden sind.

Ich kann Valiant Hearts - The Great War nur jedem ans Herz legen, der sich für kleine, ungewöhnliche Spiele und historische Hintergründe interessiert.


Donnerstag, 3. Juli 2014