Freitag, 11. April 2014

[Buch] Pero Micic: Wie wir uns täglich die Zukunft versauen

Quelle
Genre: Sachbuch
Format: Hardcover
Orginalsprache: Deutsch
Verlag: Econ
Seitenanzahl: 323
Erhalten durch: vorablesen.de

"Wir konsumieren und faulenzen uns arm und tot, weil wir uns lieber im Heute wohlfühlen als im Morgen. Wir sind in der moderenen Welt immer weniger in der Lage intelligent zu handeln." (S.10)

Bereits im Vorwort macht Pero Micic klar, wo er ein großes Problem der Menscheit vermutet: In ihrem Kurzfrist-Denken. Politische, wirtschaftliche und auch persönliche Entscheidungen scheitern häufig daran, dass sie nicht zukunftsorientiert getroffen werden. Lieber versuchen wir ein Problem schnell und kurzfristig zu lösen ohne uns Gedanken zu machen, ob dies morgen immer noch eine gute Idee ist. Wir versuchen heute lieber den einfachen Weg zu gehen, um sofort belohnt zu werden, anstatt abzuwarten und vielleicht sogar eine schwierige Zeit durchstehen zu müssen, aber dafür eine wesentlich langfristigere und lohnenswertere Lösung zu erhalten. Micic zeigt dieses Verhalten u.a. beim Thema Klimaschutz oder der Rentenvorsorge auf. Dabei versucht er nicht nur zu erklären, woher dieses menschliche Verhalten stammt, sondern bemüht sich am Schluss auch Lösungswege aufzuzeigen.

Das Buch ist informativ und populärwissenschaftlich geschrieben. Es enthält nicht nur einige bildhafte Beispiele, sondern auch viele einprägsamen Sätze, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen. Jedoch hat das Buch auch ein paar Schwachpunkte. So nutzt der Autor Szenarien als Beispiele, die es so vermutlich nie gegeben hat und nur auf seiner Fantasie beruhen (z.B. zu Beginn das Gespräch zwischen Adenauer und Erhard über die Rentenvorsorge). Zwar verbildlicht es so anschaulich das Problem, jedoch wirkt es nicht vollkommen überzeugend. Zudem wurden im Text immer wieder Sätze hervorgehoben, die offenbar als "Hallo, ich bin wichtig und zitierbar!" gekennzeichnet werden sollten. Diese Hervorhebung wurde recht häufig verwendet und gibt mir persönlich als Leser das Gefühl nicht selbst in der Lage zu sein, die Kernaussagen des Buches herauszufiltern. Auch sind seine Lösungsansätze am Ende zwar interessant und erscheinen logisch, jedoch wirken sie auch ein wenig naiv.

Insgesamt ist das Buch sehr lesenswert. Ich konnte es einfach nicht in einem Rutsch weglesen, da ich immer wieder über Abschnitte nachdenken musste. Auch in Gesprächen fielen mir immer wieder Zitate aus dem Buch ein. Dies macht für mich ein gutes Sachbuch aus. Ich befürchte jedoch, dass das große Ziel des Autors, durch einige Veränderungen im menschlichen Denken die "Kurzfrist-Falle" zukünftig zu umgehen und dadurch viele Fehlentscheidungen zu verhindern, noch lange Zeit eine Utopie bleiben wird.

Bewertung:
Fazit: Ein interessantes Sachbuch über das Kurzfrist-Denken des Menschen, die dadurch verursachten Probleme und einige Lösungsansätze.

Donnerstag, 10. April 2014

Rainy Days #19: Von dem Mäuschen, dem Vögelchen und der Bratwurst 2

Quelle: Gebrüder Grimm: Von dem Mäuschen, dem Vögelchen und der Bratwurst, in: Kinder- und Hausmärchen, Große Ausgabe, Band 1, 1850.